Münster – Deutschlands Fahrradhauptstadt

Woran denken die Menschen, wenn man sie nach Münster befragt? Bestimmt an Fernsehkommissare und an das Fahrrad. Sicher hat Münster mehr zu bieten.

Dem historisch Interessierten ist Münster ohne Zweifel als die Stadt des westfälischen Friedens bekannt, hier endete 1648 der dreißigjährige Krieg, was jedes Jahr aufs Neue mit der Veranstaltungsreihe “Dialoge zum Frieden” gewürdigt wird. Der Friedenssaal im wunderschönen Rathaus, Schauplatz der damaligen Verhandlungen, kann übrigens besichtigt werden.

Die Altstadt wurde nach dem Kriege komplett restauriert und bietet neben dem St. Paulus Dom und der Kirche St. Lamberti viele schöne Ansichten. Was man sich aber nicht wegdenken kann, sind die abertausenden Fahrräder, die die Stadt jeden Tag aufs Neue lebendig halten. Knapp 100.000 Fahrten werden täglich mit dem Zweirad erledigt. Glaubt man einer Schätzung des örtlichen Marketingvereins, so ist das Fahrrad doppelt so oft vertreten wie Einwohner der Stadt: 500.000 Stück sollen es sein, wobei einige Stadtbewohner mehr als zwei ihr Eigen nennen.

Bei dieser scheinbaren Obsession fragt man sich, ob der Münsteraner eine ganz besonders innige Beziehung zu seinem Drahtesel (oder im Münsterland auch “Leeze” genannt) unterhält. Eine Umfrage unter Facebook-Usern der Region ergab: Die Beziehung ist weniger romantischer als denn rein praktischer Natur. Die Stadt und ihre Umgebung zeichnen sich durch wenig Steigungen aus, das Fahrradfahren ist hier also schon mal schön einfach und angenehm. Alle wichtigen Plätze sind bequem und ohne großen Kraftaufwand per Rad zu erreichen. Außerdem pflegt die Stadt ihr Radwegenetz von insgesamt 4.500 km derart gut, dass sie im Fahrradklimatest des ADFC immer wieder auf Platz 1 landet.

Dazu tragen auch die mit 3.500 Stellplätzen größte Radstation Deutschlands am Hauptbahnhof und der autofreie Innenstadtring, die Promenade, bei. O-Ton einer Userin aus der Facebook-umfrage: “Im Süden war mir das Fahrradfahren zu anstrengend, in Köln zu gefährlich!” Angebote wie der Reparaturservice, Mietfahrräder, eine Fahrradwaschanlage und auch Schließfächer für Radbekleidung- und Helme runden das radlerfreundliche Angebot der Stadt ab.

Zu guter Letzt ist das Fahrrad dem Auto in jeder Hinsicht überlegen, wenn es ums Sprit sparen und die Parkplatzsuche geht. Auch hier kombiniert der Münsteraner gern den Spar- mit dem Fitnesseffekt. Die Stadt macht es ihren Einwohner und Besuchern schlichtweg einfach, das Rad zu benutzen und somit Menschen, Straßen und Umwelt zu entlasten- ein Gewinn für Alle.

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